Nachruf auf Tony Richardson

Tony Richardson starb am 5. August 2025.

Er war tief im Tantrischen Buddhismus der tibetischen Sakya Tradition verwurzelt und verkörperte sie auf seine eigene humorvolle, anspruchslose Weise. Seine tibetischen Lehrer schätzten ihn hoch und holten sich seinen Rat. Er wehrte sich gegen die Trennung von „heilig“ und Alltag. Wenn es ihm irgendwo zu heilig wurde, ging er demonstrativ German „Wurst“ essen und ein „Weißbier“ trinken – oder er behauptete am Abend in die Schwulenbar von Lauingen gehen zu wollen. Er hebelte jeden Versuch aus, ihn zu verehren.

Wissend um die Nöte des menschlichen Seins, war es ihm wichtig, dass wir Heilung und Befreiung auf der körperlichen Ebene erfahren. In unendlicher Kleinarbeit unterstützte er uns, verschiedene Bereiche unseres Körpers nacheinander in der bewussten Bewegung und Berührung „aufzuwecken“. Er zeigte uns auch, wie wir den Körper überlisten können Schmerzen aufzulösen.
Hier zeigte sich auch sein umfassendes Wissen als Arzt und Psychiater.

Seine Belehrungen waren oft überraschend, z.B. wenn er uns erklärte, dass Emotionen die schnellste Möglichkeit des Körpers sind, uns zu informieren, dass etwas nicht in Ordnung ist. Ist es angekommen, brauchen wir die Emotionen nicht mehr und können handeln.

Wissend um die Denkmuster und inneren Bilder unserer westlichen Welt bezog er sie ein, wenn er aus der Tiefe der tibetischen Praxis schöpfte und seine Meditationen und Visualisation anleitete. Sein Leitspruch auf dem Hintergrund von Zapchen Somatics als Embodying Well-Being war: „Beingness is not the enemy of Doingness“. Zu Grund lag bei alledem “Resting Back and Down“.

Es hat seinen Körper, der viel Krankheit ertragen musste, nun verlassen. Es fühlt sich so an wie eine unglaubliche Expansion, mit der wir gerade beschenkt werden…

Gate Gate Paragate Parasamgate Bodhi Svaha