Quantitative Verlaufsstudie zu Zapchen Somatics
Fragen der Wirkung von Zapchen Somatics bei Frauen mit komplexer Traumatisierung (Andreatta/Rohrer, im Druck)
Die Studie der Universität Innsbruck von 2021 wurde unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Pia Andreatta, Forschungsbereich: Konflikt – Trauma – Gewalt
Setting:
Zapchen Gruppenangebote von unterschiedlichen Zapchen-Lehrerinnen für Frauen nach Traumatisierung. Diese quantitative Erhebung verstand sich im Sinne einer Pilotstudie zur Beforschung der systematischen Anwendung des Verfahrens in mehreren Gruppen von traumatisierten Frauen über einen Zeitraum von zehn Sitzungen.
Ziel der Untersuchung war es einen Eindruck zu gewinnen inwiefern das körperorientierte Verfahren Zapchen Somatics bzw. das auf dessen Grundannahmen entwickeltes Manual die Erholung nach Traumatisierung unterstützt. Das Forschungsinteresse galt den Fragen nach der Verbesserung der Traumabelastung, der Reduktion von mit Trauma einhergehenden Folgen wie Stressreaktionen, Depression und Angst, der Erhöhung des Wohlbefindens und der Förderung salutogenetischer Faktoren durch die Anwendung der Übungen im Gruppensetting.
Zur Erhebung wurde ein Untersuchungsdesign mit standardisierten Instrumenten (Fragebögen und qualitativer Interviews) konzipiert und die wissenschaftliche Begleitforschung im Sinne einer Verlaufsstudie durchgeführt.
Die 27 Teilnehmerinnen waren im Durchschnitt ca. 53 Jahre alt. Die jüngste Teilnehmerin ist 32 und die älteste 78 Jahre alt.
Insgesamt zeigt sich, dass sehr viele der Frauen in einem hohen Ausmaß Kindheitstraumatisierungen erfahren haben. 17 Frauen (63%) erlitten schwere bis extreme emotionale Misshandlung. Das bedeutet, dass beispielsweise das Gefühl hatte, es hasse sie jemand in ihrer Familie oder dass sie davon ausgehen, ihre Eltern wünschten, dass sie nie geboren wären. Mit Blick auf körperliche Misshandlung haben mehr als die Hälfte, genauer 15 Frauen mäßigen bis extremen körperlichen Misshandlung erfahren.
Der Schweregrad des erlebten sexuellen Missbrauchs in dieser Untersuchungsgruppe ist hoch ausgeprägt. 11 Frauen, das entspricht ca. 41% haben schweren bis extremen sexuellen Missbrauch erfahren.
Der Schweregrad der körperlichen Vernachlässigung ist mit 15 Personen (ca. 56%) anzugeben. 15 Frauen (ca. 55 %) gaben an, während ihrer Kindheit und Jugend Opfer von schwerer oder extremer emotionaler Vernachlässigung geworden zu sein. Etwa 27 %, also 8 Teilnehmerinnen wurden Opfer von schwerer bis mäßiger emotionaler Vernachlässigung.
Ergebnisse:
Bei folgenden Symptomen weist die Studie darauf hin, dass sich diese signifikant bzw. hochsignifikant verbessert haben:
- Wiedererleben der traumaauslösenden Situation
- Vermeidungsverhalten
- dissoziativen Symptomatik
- depressive Symptomatik
- Somatisierung
- selbstschädigenden Verhaltens
Stärkung der Ressourcen:
- Achtsamkeitswahrnehmung
- Wahrnehmung vorhandener Ressourcen Selbstberuhigung
Quelle:
Universität Innsbruck Univ.-Prof. Dr. Pia AndreattaForschungsbereich: Konflikt – Trauma – GewaltDie Studie ist im Druck und erscheint vorauss. Ende 2026/ Psychosozial Verlag